LEBENSTRAUMSAMMLER.WORTBEITRAG.NET  :  KOMMENTARE
WORTBEITRAG
Impressum
Hauptseite
---
Login
---
Juli
Mai
Dezember
September
---
WORTBEITRAG

24. Dezember 2003, 17:12 Uhr, lebenstraumsammler

Schweizbrüchige

Warten bis die Sonne untergeht, bis der Mückenschwarm in die Seele einbricht und das Gift vernichtet. Enten möchten Schwäne sein, nur nicht weiss, nur nicht weiss. Erwarten, dass der Himmel sich im Wasser spiegelt, nur keine Wellen mehr, bitte keine Wellen. Staunen, weil die weissen Segel am Horizont gelb werden, in Bewegung verstummen vor Windesglück. Mittrinken, da das Bier in alle Münder fliesst, nur Alkohol kann jetzt noch unser Retter sein. Ein Wettkampf, wer noch kritischer Schauen kann, noch verbitterter als Kinde untergeht. Alles nur ein kleiner Anflug von Hilflosigkeit, nichts ernstes. Bürger die scheinbar schauspielern, so gut, dass wir alle stolz wären ihre Freunde zu sein. Ein Sandwiche essender Haufen, ohne Stil, ohne Paddel, verloren im Ruderboot. Mit Unworten reden, totgeboren leben. Sammeln der Schilder um ein besserer Bürger, Schweizbrüchiger, zu sein.


Manchmal verstehe ich sie die Brüchigen, die Schweiz- und Deutsch- und Weltbrüchigen...
Sie liegen am Strande,
im Badegewande,
sie schaufeln das Geld
in satanischer Welt.
Aus ihren Kehlen
erbrechen sie die News,
kennen nicht den Morgentau,
nicht das Säuseln des Windes,
sehen nicht den goldenen Sonnenball,
der sich über den Gipfeln der Berge zeigt.
Versunken in Bilanzen,
eingeklemmt in Zahlen
und Pflichten und Gesetzen
fressen sie zuletzt dich und mich.
Sei vorsichtig !
Ihre Krankheit steckt an.
Die Alltagsbrüchigen
ziehen dich hinab ins
Verderben,
in die Welt der Gebrochenen.
Aber ich weiss,
es ist auch alles anders.
Schweizbrüchige gibt es auch.

Burkhard Warnke | 27. Dezember 2003, 01:34 Uhr | http://www.gedichte-burkhard.warnke.beep.de


Ja, ich kann die Perspektive nachvollziehen, so knapp sie geschildert ist, so dicht und so voller Schmerz ist sie auch. Eine Meditation über den Zustand der Westweltler, allerdings schade, dass der Autor fast nur an der Welt und ihren Bürgern leidet und sich mittragen läßt, weil es scheinbar keinen Ausweg zu geben scheint.

ingrid | 01. Januar 2004, 10:25 Uhr |


Kommentar schreiben:




! Bitte alle Felder ausfüllen. HTML wird nicht interpretiert.

Abschicken

zurück

lebenstraumsammler im Mai | Dezember | September |
1896 Wortbeiträge in 227 Wortstationen | RSS-Feed | Kredits | Hosted by NETZONE | © 2003 - 2004 by NETZLABOR